Unbenannt

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Glaube und Sitte    -    Heimatliebe    -    Frohsinn    -    Berufstüchtigkeit

   

Die Entstehung der katholischen Burschenvereine in Bayern

 
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Der Beginn der Burschenvereine ist bis in das 19. Jahrhundert zurück zu führen. Als sich männliche, schulentlassene Jugendliche bis zur Verehelichung zu „wilden“ oder „freien“ Burschenvereinen zusammenschlossen. Die Burschenvereine beteiligten sich auch intensiv am dörflichen leben.

Diese Entwicklung, dass die Vereinsidee im Burschenalter einen günstigen Boden fand, blieb auch der katholischen Kirche nicht verborgen. So nutzten einige geistliche Seelsorger die Gelegenheit, die männliche Jugend nach ihrer Schulentlassung, entsprechend den Idealen der Kirche, positiv zu beeinflussen und unterstützten den Zusammenschluss von katholischen Burschenvereinen.

Um eine einheitliche Struktur zu schaffen, gründeten 1903 die drei katholischen Pioniere Geistlicher Rat Spannbrucker (Laufen Obb.), Benefiziat Braun (Dengling) und Prälat Mehler (Regensburg), den Dachverband der „Katholischen Burschenvereine des Königreichs Bayern“. Dieser sollte die einzelnen Ortsvereine in ihrer Vereinsarbeit unterstützen. Auch wurde in einer Mustersatzung, der Vereinszweck und die Grundprinzipien festgelegt: Erhaltung und Förderung von Glaube und Sitte, Berufstüchtigkeit, Heimatliebe, Frohsinn und Scherz.

Oftmals wehrten sich in den frühen Jahren die freien und wilden Burschen gegen die neue Ordnung, sich auch noch in der Freizeit von den Pfaffen bestimmen zu lassen. Aufgrund der überregionalen Struktur und besseren Organisation setzten sich aber schnell die Katholischen Burschenvereine durch. In den folgenden Jahren wurden verstärkt Burschenvereine in Bayern und dem angrenzenden Österreich gegründet. Vor allem Simon Spannbrucker tat sich darin als besonders eifrig hervor und bekam noch zu Lebzeiten den Beinamen „Burschenvater“.

Für seine Werbe- und Bildungsarbeit stand dem Dachverband „Das Burschenblatt“ zur Verfügung, indem er den Ortsvereinen Empfehlungen, Wissenswertes und Unterhaltendes aus allen Bereichen des Lebens übermittelte. Die erste Ausgabe datiert vom Juli 1904, die letzte vom September 1939. Die Erstauflage betrug 5.000 Stück. Zu Beginn des 1. Weltkrieges konnte die Geschäftsleitung in Regensburg bereits 20.500 Stück Abonnenten verbuchen.

Der Ortsverein bestand aus ordentlichen Mitgliedern, die nur unbescholtene katholische Burschen werden konnten. Aus deren Reihen wurde eine Vorstandschaft gewählt, bestehend aus dem Vorstand, Kassier und Schriftführer, die den Verein leitete. Der Vorstandschaft gehörte automatisch der Präses an. Dieser war der Vertreter der katholischen Kirche, meist der Ortspfarrer, der die religiöse Lenkung des Vereins übernahm. Die Kirche hatte somit einen wesentlichen Einfluss auf die damalige Vereinsarbeit.

Auf die Satzung und die Grundprinzipien ausgerichtet bestanden die Vereinstätigkeit vorwiegend aus religiösen Veranstaltungen, monatlichen Versammlungen, Vereinsfesten und Tanzveranstaltungen und kulturellen Unternehmungen (wie Theaterspiel und musikalischen Aufführungen). Der Verlauf des Weltkrieges erschwerte den Burschenvereinen die Existenz. Nach einem Boom in den Nachkriegsjahren, wurde durch Verbote der katholischen Burschenvereine, erlassen durch die Nationalsozialisten, ab 1933 jegliche Tätigkeit von Verbänden und Vereinen in ganz Deutschland unmöglich gemacht. Nach dem 2. Weltkrieg wurden viele katholische Burschenvereine in Bayern wiedergegründet. Der Dachverband wurde jedoch nicht wieder gegründet.

Die katholische Kirche gründete stattdessen einen Dachverband für katholische Landjungend, diesem konnten sich die Burschenvereine anschließen. Die meisten Landjugenden die Heute älter als 60 Jahre sind entstanden aus einem Burschenverein heraus.

Aber viele katholische Burschenvereine taten dies nicht und bestehen noch bis heute als freier Burschenverein.